Wieso heißt ein Funkstreifenwagen im Volksmund Peterwagen, weshalb nennt man Polizisten Bullen und was war/ist die grüne Minna?

Interessant, was man dazu im Internet findet:

Die ersten Funkstreifenwagen, also Streifenwagen der Polizei, die per Funk ständigen Kontakt zu ihren Wachen hatten, wurden in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg eingesetzt. In Hamburg und anderen Großstädten geschah dies bereits ab 1946. Natürlich gab es auch vorher schon Polizeikraftfahrzeuge, diese wurden aber nur in  Form von "Überfallkommandos"  und „Schnellkommandowagen" eingesetzt, Kraftfahrzeugfunk war nicht vorhanden.

Der Name Peterwagen entstand dem Volksmund nach im Hamburger Raum 1946 durch ein Missverständnis bei der Einholung der Genehmigung zum Betrieb der damals so genannten „Radiowagen“ (Patrolcar) bei der britischen Militärregierung. Der zuständige britische Offizier verstand das Wort „Patrolcar“ in der Hamburger Aussprache nicht so recht und bat um Buchstabierung…

„P like Peter…“, begann die Antwort, was den Briten zu der Äußerung „Oh, I know, Peterwagen“ brachte, die er so notierte und auf dem Dienstweg weitergab.

So entstand nach dieser Darstellung der Name „Peterwagen“.

Einer anderen Erklärung nach entstand der Name aus dem in Hamburg für die Polizei ausgewählten Funkrufnamen „Peter“, welcher sich aus der in der Seefahrt verwendeten Signalflagge für „P“ (ein weißes Feld mit blauem Rand) ableiten soll, die in Deutschland als Blauer Peter bekannt war und anzeigte, dass alle Seeleute an Bord gehen mussten, da das Schiff auslaufen wollte.

Der Begriff „Peterwagen“ wird heutzutage kaum noch verwendet und ist vornehmlich der „älteren Generation“ im Norden geläufig.

Quelle: Wikipedia, www.polizeihistorischesammlung-paul.de

 

Was früher „Grüne Minna“ genannt wurde, ist heute im Behörden-/Polizeideutsch ganz profan der nicht immer grüne GefKw/GefKW  (Gefangenenkraftwagen)

Ab 1866 verwendete man in Preußen für den Gefangenentransport spezielle Pferde-kutschen. Diese waren gegen Ausbruch gesichert und grün angestrichen, weshalb sie auch im Volksmund Grüne Minna genannt wurden.

Aber wieso Minna?

Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel "Minna von Barnhelm" zeigt, dass Minna eine sogenannte selbstständige Kurzform von Wilhelmine oder Wilhelmina ist, ein eigenständiger weiblicher Vorname.

Doch hieß in früheren Zeiten ein Dienstmädchen Wilhelmine oder Wilhelmina, so wurde sie kurz Minna genannt, was den höheren Gesellschaftsschichten als passender für eine Person erschien, die niedere Tätigkeiten ausführte. Dienstmädchen wurden fast wie Leibeigene behandelt und oft wegen Nichtigkeiten auf übelste Art und Weise beschimpft und erniedrigt.

Daher rührt das Sprichwort "jemanden zur Minna machen", also jemanden zusammenstauchen oder umgangssprachlich formuliert "jemanden fertig machen" vom früheren Umgang mit weiblichem Hauspersonal Namens Wilhelmine oder Wilhelmina.

Personen, die in die grünen Pferdekutschen für den Gefangenentransport gesperrt wurden, bekamen es mit den heute nicht mehr denkbaren rabiaten Verhörmethoden der Polizei zu tun. Sie wurden also „zur Minna gemacht“: Beschimpft und erniedrigt wie die Dienstmädchen. Aus diesem Umstand heraus und wegen der grünen Farbe der Transportwagen entstand die "Grüne Minna".

Ein Polizeifahrzeug mit dem Namen "Grüne Minna" der Firma Bergmann aus dem Jahr 1921 steht übrigens in der Polizeihistorischen Sammlung Berlin.

Regional wurden auch die Bezeichnungen Grüner August (u. a. in Hamburg) und Grüner Heinrich (z. B. in Österreich) verwendet. Dabei ist umstritten, ob mit „grün“ tatsächlich die Farbe der Gefangenentransporte gemeint war oder ob die Bezeichnung eine Ableitung des Rotwelschen „Greaner“ (Gauner) ist.

Quelle: Wikipedia, www.wissen.de

 

Wieso werden Polizisten Bullen genannt?

Im 18. Jahrhundert wurden die Vorgänger der modernen Polizisten Landpuller oder Bohler genannt. Diese Wörter entlehnen ihren Stamm aus dem niederländischen bol, das „Kopf“ oder „kluger Mensch“ bedeutet. Daraus entwickelte sich das Wort Bulle, gemeint ist also eigentlich ein intelligenter Mensch

Ein anderer Erklärungsansatz ist die mundartliche Konsonantenschwächung und o/u-Zusammenfall.

Polizist/Polizei wird über Pole (z. B. „Polente“) oder Puhler (rotwelsch für Polizist) lautgleich mit Bulle und setzt sich dann aufgrund der naheliegenden Assoziationen allgemein durch.

Wann dieser Ausdruck erstmals als Beleidigung verstanden wurde, ist ungeklärt. Im Jahr 1965 stufte das Amtsgericht Bonn den Begriff „Bulle“ erstmals als Beleidigung ein und verhängte eine Geldstrafe von 50 DM. Was als beleidigend empfunden wird, unterliegt einem zeitlichen Wandel.

Nach einem Urteil des Landgerichts Regensburg vom 6. Oktober 2005 stellen mundartliche Bezeichnungen von Polizei-beamten als „Bullen“ keine Beleidigung dar.

Im normalen Sprachgebrauch wird das Wort „Bulle“ in Deutschland mittlerweile als Synonym (bspw. TV-Serie Der Bulle von Tölz) für den Polizeibeamten gebraucht, so dass man nicht in jedem Fall von einer Beleidigung ausgehen kann. Etwas anderes ist es, wenn man z. B. vom „Bullenschwein“ spricht. Letztendlich ist es entscheidend, in welchem Zusammenhang der Begriff verwendet wird.

Quelle: Wikipedia